Der Pianist schaut auf das frisch gesetzte Leadsheet und runzelt die Stirn:
Ich lese seit zwanzig Jahren aus dem Real Book.
Sauber gesetzte Noten sind für ihn fremd. Sein Auge sucht die Handschrift, die großen Akkorde, den unterstrichenen Titel. Und das ist kein Spleen: Wer ein Blatt schnell lesen muss, liest am schnellsten das, was er kennt.
Drei Stile, eine Datei
Über jedem Notenblatt in gig.ly stehen drei Stile. Einen antippen, und dieselbe Datei wird neu gesetzt — Noten, Akkorde, Text und Kopfzeile.
Jazz sieht aus wie ein Real Book: handgeschriebene Noten und Akkorde, der Titel unterstrichen auf einer leeren Notenzeile, das Tempo schräg oben links, abgeleitet aus der Tempoangabe des Songs.

Klassisch ist eng und schmal: eine gerade, schmale Schrift, fette Akkorde, echte ♭ und ♯. Viel Musik auf wenig Bildschirm.

gig.ly liegt auf kariertem Papier, mit einem Eselsohr und ein paar Streifen Klebeband. Der Titel steht wie das Logo, in der Farbe eurer Band.

Mehr Takte in eine Zeile
Die Lupe über dem Blatt macht die Noten nicht größer. Sie stellt ein, wie viele Takte in einer Zeile stehen: Minus für mehr, Plus für weniger. Die Notengröße bleibt, nur der Umbruch wandert — auf dem Tablet quer passen sechs Takte bequem, am Handy liest man vier besser.
Dein Blatt, nicht das der Band
Der Stil gehört dir. Im Profil stellst du ihn einmal ein, und jeder Song öffnet sich darin. Für einen einzelnen Song wählst du am Blatt einen anderen, und gig.ly merkt sich das für diesen Song.
Die Datei selbst bleibt, wie sie ist. Der Bassist nebenan liest dasselbe Leadsheet in seinem Stil, mit seiner Transposition und seinen Takten pro Zeile.
Am Notenständer sagt der Pianist: „Das ist mein Blatt." Auch wenn die Datei der Band gehört.
Als Nächstes: Der eine schreibt in capella, der andere in Guitar Pro