Es gibt ihn in jeder Band. Manchmal ist es der Schlagzeuger, manchmal der, der seit dreißig Jahren spielt und noch nie eine App gebraucht hat. Der Satz fällt früh:
Unser Schlagzeuger installiert nichts.
Und meistens ist ausgerechnet er derjenige, der die Termine am dringendsten bräuchte.
Der Denkfehler der meisten Apps
Die übliche Bauweise ist: Ein Mensch existiert erst, wenn er ein Konto hat. Wer sich nicht anmeldet, ist nicht in der Band — nicht in der Besetzung, nicht in der Teilnehmerliste, nicht in der Aufgabenverteilung.
Das Ergebnis kennt man: Die Band pflegt zwei Wirklichkeiten. Eine in der App, in der vier Leute spielen, und eine echte, in der sechs Leute spielen. Spätestens beim ersten Gig ist die App unbrauchbar.
In gig.ly gibt es das Mitglied vor dem Konto
Du legst ihn an. Name, Instrument, fertig. Damit existiert er — in der Besetzung, in den Terminen, in den Setlisten, in der Aufgabenverteilung. Ganz ohne dass er etwas tut.

Für die Band ändert sich dadurch nichts an der Wahrheit: Ihr seid zu sechst, und die App weiß es.
Und wenn er doch will
Dann bekommt er eine Einladung — per E-Mail oder als Link, den du ihm im Gruppenchat schickst. Er tippt drauf, gibt seinen Namen ein, ist im Bandchat.

Kein Passwort ausdenken, keine Einführung, kein Rundgang durch Funktionen, die ihn nicht interessieren. Er landet dort, wo geredet wird — und alles andere findet er, wenn er es braucht.
Der Link bleibt gültig
Erfahrungsgemäß tippt niemand beim ersten Mal drauf. Er tippt drauf, wenn er wissen will, wann der Gig anfängt — zwei Wochen später, mitten am Dienstag.
Deshalb ist die Einladung kein Ereignis, das verpasst werden kann, sondern ein Zustand: Das Mitglied ist angelegt, die Einladung liegt bereit, und sie gilt weiter.
Keine Hierarchie
gig.ly ist eine kollaborative Band-App. Es gibt keine Rollen, die anderen etwas verbieten, wo es keinen Sicherheitsgrund gibt. Jedes Mitglied darf einladen, Songs anlegen, Termine erstellen, die Besetzung ändern. Wer nicht will, muss nicht — aber wer will, darf.
Die Frage „Dürfen das nur Admins?" ist bei gig.ly fast immer mit Nein zu beantworten.
Zwei Wochen später: „Schick mir den Link nochmal." Der alte gilt noch.
Als Nächstes: Was können wir eigentlich?